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Headless Commerce In Shopify: Warum Es Segen Und Fluch Zugleich Ist

Headless Commerce In Shopify: Warum Es Segen Und Fluch Zugleich Ist

Seit den letzten fünf Jahren ist das Thema Headless Commerce in aller Munde. 

Genau, was bisher nur in aller Munde war, ist heute schlichte Realität. Natürlich ist dies zum Großteil der COVID-19 Pandemie zu verschulden, doch egal was auch die Beweggründe für diese Entwicklung sind: die Zeit ist eindeutig gekommen und der Ansatz ist nicht mehr wegzudenken. 

Der neue Wandel im E-Commerce hat einige Hürden geschaffen - insbesondere wenn es um die schnelle Skalierung eines Unternehmens geht. Viele Unternehmen mussten feststellen, dass eine dieser Hürden die traditionelle Architektur ist, die einfach nicht für rasantes Unternehmenswachstum geschaffen ist. Und genau hier kommt Headless Commerce ins Spiel. Ohne Veränderung werden immer mehr Unternehmen eine Stagnation erleben, und da liegt es an dir, ob du dich weiterentwickeln und mithalten oder weiterhin auf der Stelle treten möchtest.

Was ist Headless Commerce? 

Beim Aufbau eines Onlineshops, werden zwei Ebenen erstellt: das Front- und das Backend. Das Frontend umfasst im Grunde genommen all das, was der Nutzer sehen kann, während das Backend intern von technischen Abteilungen gehandhabt wird. 

Üblicherweise sind diese beiden Komponenten eng miteinander verbunden und werden vom Backend gesteuert, doch mit einer Headless-Struktur sind diese beiden Ebenen voneinander entkoppelt und kommunizieren miteinander über eine Programmierschnittstelle (API). 

Jegliche Änderungen am Backend haben keine Auswirkungen auf das Frontend, und andersherum. Wenn ein Benutzer z. B. mit einer Seite interagiert, sendet das Gerät oder die Anwendung Anweisungen vom Frontend an das Backend, die dann individuell ausgeführt werden. 

Und wie funktioniert das in Shopify? 

Headless Commerce in Shopify folgt dem gleichen Prinzip: auch hier wird dein Shopify Frontend vom Backend entkoppelt. Der Unterschied hier besteht darin, dass die E-Commerce Plattform sich einer Reihe von unterschiedlichen Technologien für die Frontend-Präsentation bedient und die Produktdaten von Shopify über eine API abruft. Das gesamte Erlebnis ist personalisierbar, sodass Kunden nicht mal mehr deinen Store auf der Plattform besuchen müssen, um deine Produkte zu durchstöbern. Du kannst deine eigene Codebasis, Template-Designs und Content-Systeme verwenden, und somit alle Einschränkungen beseitigen, die dein gewünschtes Erscheinungsbild und bevorzugten Funktionalitäten beeinträchtigen könnten.

Was bedeutet Headless Commerce für Shopify? 

Mit einer Headless Commerce Architektur in Shopify hast du die volle Kontrolle über das Design deines Stores und seine Performance. Teams können in Echtzeit Änderungen am Frontend vornehmen ohne die Hilfe eines Entwicklers, was zu einer kürzeren Markteinführungszeit, verbesserten Conversions und einem besseren Kundenerlebnis führen kann.

Jetzt wo das Frontend mit Leichtigkeit von Jedermann bearbeitet werden kann, haben Entwickler mehr Zeit komplexere Aufgaben anzugehen, die direkte Auswirkungen auf das Backend haben, wie beispielsweise die Erstellung von Progressive Web-Apps (PWAs). Einer der üblichen Frustrationen, von denen Shopify-Nutzer berichten ist die langsame Ladezeit. Bei einem traditionellen Shopify-Layout wird die Ladezeit jedes Mal langsamer, wenn neue Apps in das Setup mit eingebunden werden.

Vorteile von Headless Commerce in Shopify 

Headless Commerce kann als eine praktische und langfristige Lösung gesehen werden. Die anfängliche Einrichtung ist aufgrund der Erstellung einer neuen Webseite wesentlich kostspieliger, allerdings wird es die Arbeitsabläufe optimieren und die Kosten in Zukunft senken.

Wenn du dich für eine Headless Commerce Struktur entscheidest, kannst du folgende Vorteile erwarten: 

Änderung der URL-Struktur

Shopify-Store Besitzer, die ihr Unternehmen auf internationale Märkte ausweiten möchte, kennen die Probleme, die die URL-Struktur mit sich bringen kann. Marken müssen zumeist mit vielen Unterkategorien für ihre Produkte arbeiten, das Problem hier? Sobald mit mehreren Sprachen gearbeitet wird, wird jede mehrsprachige Webseite einzeln indexiert und baut somit individuelle Domain-Autoritäten auf. Dein gesamter Domain-Score wird also nicht unter einem URL-Schirm zusammengefasst, was deine internationale SEO-Strategie enorm beeinträchtigt. Mit einer Headless-Architektur wird dieses Problem behoben, da die URL-Struktur völlig anpassbar ist und dir erlaubt Breadcrumbs in deiner Navigation hinzuzufügen. 

Verbesserte Store-Performance 

Mit einem entkoppelten Frontend hat dein Marketing-Team volle Kontrolle über das Erlebnis und die Performance der Webseite. Teams können Änderungen in Echtzeit vornehmen, so schnell wie nie zuvor Kundenanfragen bezüglich jeglicher Features beantworten und mit Systemen von Drittanbietern zusammenarbeiten, ohne die ganze Webseite von neu auf erstellen zu müssen. Die Geschwindigkeit der Webseite wird die Leistung ebenfalls nicht mehr beeinträchtigen, durch die Einführung von PWAs, die auf jeglichen Gerät funktionieren. Darüber hinaus können Marketer regelmäßig mit Kampagnentests experimentieren. 

Unbegrenzt viele UX Möglichkeiten 

Mit der vollen Kontrolle über das Design, die Funktionalitäten und der Benutzerfreundlichkeit der Webseite, können Teams ganz leicht ein Multi-Channel-Erlebnis erstellen. Systeme von Drittanbietern, wie zum Beispiel ein Produktinformationsmanagement-Tool, lassen sich ganz leicht in das vorhandene Setup für einzigartige Storefronts, die sich mit jeglichen Gerät oder Kanal nahtlos verbinden, integrieren. So kannst du Personalisierungsmöglichkeiten auf das nächste Level bringen und deine Produktinformationen für Kunden, die sich an bestimmten Punkten im Kaufprozess befinden, anpassen. 

Der vielversprechende Einsatz von PWAs 

Wenn wir von den Schätzungen von Analysten ausgehen, dass in diesem Jahr 53,9% aller Onlinekäufe auf mobilen Geräten abgewickelt werden, dann wird es höchste Zeit für den Einsatz von PWAs. Mit Progressive Web-Apps (PWAs) kann dein Shopify-Store eine schnelle tüchtige mobile Seite haben, die wie eine eigenständige App funktioniert. Dies macht die Personalisierung, Navigation und Zahlungen einfacher und reduziert somit Bounce Rates und verhilft die Nutzer an deinen Shop zu binden. 

*Bitte beachte, dass eine PWA weder eine native mobile App ist, noch eine eigenständige Webseite. Es handelt sich um eine Kombination aus Javascript, HTML, und CSS Technologien, die ein mobiles Web-Erlebnis deines Shops reproduziert. Sobald deine PWA entworfen ist, kann deine Storefront auf jeglichen Gerät für die Interaktion mit deinen Kunden verwendet werden. 

Nachteile des Headless Commerce in Shopify 

Kommen wir nun zu den weniger positiven, jedoch auch wichtigen Punkten. Während dir sehr viele Möglichkeiten aufbereitet werden beim Headless Commerce Ansatz in Shopify, gibt es gleichzeitig auch Features von denen du dich verabschieden musst, wenn du dich für den Headless Weg entscheidest. 

Verabschiede dich vom Theme-Customizer 

Da du Shopify nicht länger als dein Frontend nutzt, hast du auch keinen Zugang mehr zum Theme-Customizer, mit dem du deine Themes anpassen kannst. So hast du nicht länger die Möglichkeit eine Vorschau deines Themes innerhalb der Plattform zu erhalten, und es gibt auch keine Kontrollversion der Themes mehr. Wenn es also ein Theme gibt, das du besonders auf der Plattform magst, wirst du einen Weg finden müssen wie deine Designer ein ähnliches Erlebnis schaffen können auf einer alternativen Plattform. 

Einige Shopify Funktionalitäten gehen verloren

Genauso wie der oben genannte Theme-Customizer, so werden noch andere Funktionalitäten nicht mehr länger für dich verfügbar sein, wie zum Beispiel der Rich-Text-Editor und andere Shopify Frontend-Apps und Plugins, oder bestimmte Schriftarten und Stylings. Wenn du eine bestimmte Shopify-App benötigst um dein bisheriges Schaufenster zu reproduzieren, müssen Entwickler das Frontend mit den entsprechenden APIs verbinden um diese Funktionalität gewährleisten zu können, ansonsten werden diese Elemente inkompatibel.

Es ist eine Menge Entwicklung im Spiel 

Wenn du nicht über die entsprechenden Ressourcen verfügst um die verschiedenen Ebenen zu verwalten, kann es sehr schnell zum Alptraum werden. Ja klar, du kannst dein Schaufenster an gewisse Funktionalitäten anpassen, doch dies erfordert sehr viel Zeit und Fachwissen. Vergiss nicht, dass du eine völlig neue Erfahrung von Grund auf erstellst, mit der Anwendung von APIs. Es geht nicht nur darum ein ansprechendes, benutzerfreundliches Schaufenster zu erstellen, sondern auch darum, dass der Weg zum Kauf sicher, privat und bequem ist. 

Kundenkonten werden deaktiviert 

Ohne einem Konto auf der eigentlichen Plattform, können Kunden nicht bis zum Checkout gelangen. Dies kann als enormes Problem gesehen werden, da Shopify Kundenkonten bei einer Headless-Struktur nicht verfügbar sind. Mit der Shopify Admin API kannst du alternative Optionen erstellen, in denen Kunden ihre Daten manuell eingeben können und Cookies diese Informationen auf Wunsch speichern können.

Hol dir das Beste aus beiden Welten mit einem PIM

Wie du in diesem Artikel sehen konntest, gibt es sowohl Vor- als auch Nachteile beim Übergang in eine Headless Commerce Struktur. Headless Commerce beginnt bereits mit einer Umstellung der Denkweise und der Arbeitsabläufe, doch du kannst dir sicher sein, dass es dein Unternehmen zukunftssicher macht und dir neue Türen für unendliche Möglichkeiten eröffnen wird. Diese Umstellung kann sicherlich komplex und überfordernd sein, weshalb du am Besten mit einem Produktinformationsmanagement-System (PIM) als Herzstück deiner Geschäftsabläufe zählen solltest, um diese Änderung einfacher zu gestalten.

Ganz egal ob du ein PIM-System als Datengrundlage, einer zentralen, zuverlässigen Quelle für all deine digitalen Medien und Produktinformationen, oder als grundlegende Backend-Architektur verwendest, es ist von unschätzbarem Wert für jede Marke. So kannst du also all deine angereicherten Produktinformationen in dem Tool aufbewahren, während dein Frontend beispielsweise dein Onlineshop sein kann. 

Die Nutzung einer PIM-Software ermöglicht dieselbe grenzenlose Erfahrung für Headless Commerce und erleichtert deinem Unternehmen jegliche verwaltungsintensiven und zeitaufwendigen Arbeitsabläufe. Es gibt dir die Möglichkeit dein Schaufenster neu zu erfinden, deinen Wachstum zu steigern und stärkere Verbindungen mit deinen Kunden aufzubauen. An dieser Stelle sollte jedoch auch angemerkt werden, dass dein Geschäft durch die Umstellung auf Headless Commerce in Shopify nicht mehr in die Höhe schießen wird als zuvor, denn das braucht Zeit. Bevor du also solch eine große Änderung aus einer Laune heraus vornimmst, solltest du dir wirklich sicher sein, dass Headless Commerce der richtige Ansatz für dich ist.

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